Navigation ohne GPS


Ein tolles Tool, das Navi. Da ist gut lachen. Trotz Holzwegen und Umwegen führt es uns geduldig und beharrlich zum Ziel, verliert es nie aus den Augen und weiß immer wo es langgeht.

Wäre es nicht toll, solch ein Navi ür unsere wirklich wichtigen Ziele zu haben, die im Alltag so schnell unter die Räder kommen: Vielleicht wissen wir unter der Dusche noch, was wir eigentlich wollen und tun müssten, doch dann beschäftigen uns Mails, XING, Twitter, Telefon, oft unproduktive Besprechungen, ungeplante und dann manchmal doch nicht so dringende Dringlichkeiten, fehlende zwischenmenschliche Knautschzonen, Missgeschicke, Besorgungen inkl. Staus und Umleitungen, Müdigkeit und Unlust. Abends stellen wir fest, wir sind unseren eigentlichen Zielen keinen Millimeter nähergekommen.

Da wäre so ein Navi hilfreich, das das wirklich Wichtige für uns im Blick behält, wenn sich die Banalitäten des Alltags aufblasen und das uns in jeder Situation zu entscheiden hilft, in welche Richtung der nächste Schritt geht und in welche nicht. So ein Navi haben wir. Die gute Botschaft. Die schlechte Botschaft: wir müssen es selbst in unserem „Arbeitsspeicher“ einrichten und programmieren. Und das braucht Zeit.

Hier eine Achtsamkeitsübung, mit der Sie Ihr inneres Navigationssystem anschalten und mit jeder Wiederholung zu einem verlässlicheren System machen können. Ganz nebenbei schulen Sie auch noch Ihre Konzentrationsfähigkeit und einen wohlwollenden Umgang mit sich selbst.

  • Nehmen Sie sich etwa 10 Minuten Zeit. Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind und lassen Sie sich von Ihrem Handy das Ende der Übung signalisieren.
  • Atmen Sie eine Zeitlang bewusst ein und aus. Spüren Sie, wie sich Ihre Bauchdecke hebt und senkt. Entspannen Sie sich mit jedem Ausatmen. Schließen Sie die Augen.
  • Stellen Sie sich nun Fragen, um sich Ihre Ziele bewusst zu machen, B.: Was will ich eigentlich erreichen? Was ist mir wirklich wichtig? Welchem Ziel will ich vor allem anderen einen Schritt näherkommen? Fordern Sie keine schnelle Antwort von sich. Lassen Sie den Fragen Raum und Zeit, so dass sich Antworten entwickeln und verändern können. Achten Sie darauf, dass das Ziel positiv formuliert ist. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich ein Ziel verfestigt hat oder Sie im Moment besonders anspricht, gehen Sie zum nächsten Punkt.
  • Wünschen Sie sich nun, dass Sie dieses Ziel erreichen. Sagen Sie zum Beispiel innerlich zu sich „Möge ich das Ziel … erreichen.“ Wiederholen Sie den Satz immer wieder bis zum Ende der Übung. Versuchen Sie, so gut es Ihnen gelingt, den Wunsch auch zu meinen und das Wohlwollen sich selbst gegenüber, das sich durch den Wunsch äußert, auch zu empfinden. Oft ist das schwer. Bleiben Sie auch dann dabei, den Wunsch zu wiederholen und sei es auch nur mechanisch. Selbst das wirkt im Gehirn.
  • Wenn Sie bemerken, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit vom Wunsch abgeschweift sind, was unweigerlich passieren wird, weil es zur Natur des Geistes gehört, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit ohne Selbstvorwürfe einfach wieder zum Wunsch zurück. Betrachten Sie auch alle Gedanken daran als Abschweifung, wie komisch oder verrückt Ihnen dieses Wiederholen eines Wunsches vielleicht erscheint, was sie konkret für die Zielerreichung tun müssten, wie sie diese in Ihren Alltag integrieren könnten oder wie realistisch die Zielerreichung überhaupt ist. Denn der Sinn der Übung ist nicht, dass Ihnen konkrete Schritte zur Zielerreichung einfallen, obwohl das häufig auch passiert, sondern dass das Ziel in Ihrem Hirn besser verankert wird und so mehr Einfluss bei den vielen kleinen Entscheidungen des Alltags bekommt.
  • Nachdem die Zeit abgelaufen ist, beenden Sie die Übung mit ein paar bewussten Atemzügen. Sie brauchen sich nichts vor- und in Ihre To-do-Liste aufzunehmen. Achten Sie einfach darauf, ob sich der Umgang mit Ihren Zielen im Alltag verändert.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren wirklich wichtigen Zielen näherkommen.

 

Verwandte Achtsamkeitsimpulse: