Achtung, Körper!


Wie gehen Sie eigentlich mit Ihrer Gesundheit um? Pfleglich? Gar nicht? Rücksichtslos? Oder gehören Sie zu denen, die virtuos die Klaviatur des Konjunktivs beherrschen:

„Ich sollte kürzer treten und mir mehr Ruhe gönnen. Vor allem sollte ich mich mehr bewegen und Sport machen. Ich sollte weniger Alkohol trinken. Ich sollte weniger essen, vor allem Süßes. Ich sollte …“ Wenn Sie solche Stimmen kennen, kennen Sie vermutlich auch ihr mikroskopisch kleines Potential, etwas zu verändern und ihr riesiges Potential, ausgiebig mit sich zu hadern, dass Sie doch wieder nichts für Ihre Gesundheit getan haben.

Aber so einfach ist die persönliche Gesundheitsförderung nun mal nicht. Selbstkritik, Appelle, Mahnungen, selbst Drohungen motivieren bestenfalls für zwei Wochen oder für die Dauer der Diät. Dann siegt die alte Gewohnheit. Wir sind halt so gestrickt, dass wir erst reagieren, wenn es wirklich weh tut und selbst dann ist es noch schwer genug.

Aber vielleicht hilft ja ein ganz anderer Ansatz, einer, bei dem unser Körper nicht als Maschine behandelt wird, die vor allem zu funktionieren hat, deren Funktionsmängel behoben werden müssen und die ansonsten keine Probleme machen soll. Vielleicht kommen wir mit einer anderen, positiveren und vor allem realitätsnaheren Sicht auf unseren Körper weiter. Denn eigentlich funktioniert er immer schon, zum allergrößten Teil auch reibungslos. Nur das sehen wir nicht, weil das Funktionieren so automatisch abläuft. Die folgende Übung hilft Ihnen, das Funktionierende Ihres Körpers mehr zu achten.

  • Wählen Sie eine Routinetätigkeit aus, die mit Ihrem Körper zu tun hat, während der Sie diese Achtsamkeitsübung machen wollen, z. B. Zähneputzen, Duschen, Frühstücken, Geschirr spülen, Treppen steigen usw.
  • Nehmen Sie möglichst viele unterschiedliche Aktivitäten Ihres Körpers bewusst wahr, während Sie die Routinetätigkeit ausführen. Die vielen Muskelbewegungen in den verschiedenen Körperregionen, all Ihre Sinneseindrücke, Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken, Ihre Atmung, Ihren Herzschlag und vielleicht macht sich Ihre momentane Stimmungslage auch körperlich bemerkbar.
  • Machen Sie sich bewusst, was in diesem Moment alles in Ihrem Körper funktionieren und reibungslos zusammenarbeiten muss, damit Sie das tun können, was Sie gerade tun: Sie müssen atmen, Ihr Herz muss schlagen, Ihre Muskeln müssen durchblutet werden, die ungeheure Menge Ihrer Sinneseindrücke muss verarbeitet werden, viele Muskeln müssen aktiviert werden und ihre Kontraktionen müssen jeden Moment neu justiert werden usw.
  • Machen Sie sich bewusst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass die verschiedenen Teile Ihres Körpers jetzt im Moment so gut funktionieren und zusammenarbeiten und dass es gute Gründe gibt, sich darüber zu freuen.
  • Wiederholen Sie die Übung im Laufe des Tages mit anderen Routinetätigkeiten. Je öfter Sie das tun, desto eher stellen sich tatsächlich Gefühle wie Freude, Dankbarkeit oder auch Bewegungsspaß ein.

Und was die persönliche Gesundheitsförderung betrifft, fällt Ihnen vielleicht nach dieser Übung etwas ein, wie Sie ein ganz klein wenig freundlicher und pfleglicher mit Ihrem Körper umgehen können, ohne sich zu sehr anzustrengen. Verdient hat er es alle mal.

Ich wünsche Ihnen eine gesunde und sinnliche Zeit.

 

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